Kein Werklohn ohne Rechnung

Welcher Werkunternehmer kennt nicht die Situation. Während der Bauausführung hatte der Auftraggeber freimütig angeboten, kurzfristig ggf. auch in bar Abschläge auf den Werklohn zu zahlen. Dankbar war man auf Angebot eingegangen und hatte so einen Großteil des vereinbarten Werklohns bereits erhalten. Die Mühe, hierüber jeweils schriftliche Abschlagsrechnungen zu erstellen, hatte man sich zunächst gespart, schließlich sollte zeitnahe die Schlussrechnung erstellt werden. Aufgrund von neuen weiteren Aufträgen zögerte sich die Schlussrechnungserstellung jedoch hinaus.

Das Oberlandesgericht Hamm hatte über eine ähnlichen Fall nunmehr zu befinden, und kommt in seinem Urteil vom 07.06.2016 – 24 U 152/15 zu dem klaren Ergebnis, dass spätestens innerhalb von sechs Monaten nach Werklohnerhalt eine Rechnungsstellung durch den Werkunternehmer zu erfolgen hat. Anderenfalls liegt ein Fall der Schwarzarbeit vor. Der Werkunternehmer kann in diesem Fall keinen weiteren Werklohn verlangen.

Praxistip: Spätestens 6 Monate nach Gelderhalt sollte der Auftraggeber eine schriftliche Rechnung erhalten.


Rechtsanwalt Kai Hoß