Bewerbung über Online-Portal

Welche verbindlichen Standards gelten bei behördlichen Stellenausschreibungen bei einem Online-Portal? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Verwaltungsgericht Düsseldorf erstmals in einem deutschlandweit beachteten Grundsatzbeschluss vom 27.08.2014, AZ: 3 L 1816/14 (veröffentlicht in juris). Das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschied zugunsten des von Frowein & Partner vertretenen Bezirksschornsteinfegers, dass ein Anspruch des Bewerbers im Online-Verfahren auf Zugang einer Eingangsbestätigung besteht, die die Angaben zu Person, des Eingangs der konkreten Bewerbung, die Angaben der ausgewählten Region sowie der Ausschreibungsnummer enthält.

Aufgrund der bestehenden Fürsorgepflicht der Behörde, müsse der Bewerber in die Lage versetzt werden, jedenfalls die Kernangaben seiner Bewerbung umgehend zu kontrollieren und zu überprüfen, ob es zu eigenen Fehlangaben im Onlineberwerbungsportal kam. Versäumt die Behörde eine entsprechende Eingangsbestätigung zu übermitteln, muss sie es hinnehmen, dass der Bewerber auch nach Ablauf der Onlinebewerbungsfrist noch Änderungen an seiner Bewerbung vornimmt. Der Bewerber ist mit den nachträglich erfolgten Änderungen auch nach Ablauf der Onlinebewerbungsfrist in das Auswahlverfahren mit einzubeziehen.

Mit dem Inhalt des vorgenannten Beschlusses legt das Verwaltungsgericht Düsseldorf verbindliche Standards für behördliche Onlinebewerbungsverfahren fest, die für sämtliche Behörden sowie sämtliche Bewerber in behördlichen Onlinebewerbungsverfahren zukünftig zu beachten sind. Für behördliche Onlinebewebungsverfahren gelten damit ähnliche Standards wie für eine Onlinebestellung im Internet, bei der eine Auftragsbestätigung mit sämtlichen bestellungsrelevanten Einzelangaben geschuldet ist.


Rechtsanwalt Kai Hoß